Der "Rülpser" akzeptiert seine Bewährungsstrafe

Mit Schockanrufen blockierte der "Rülpser" immer wieder die Notruf-Zentralen von Polizei und Feuerwehr.    

Foto: Symbolfoto: Norbert Jonscher

Mit Schockanrufen blockierte der "Rülpser" immer wieder die Notruf-Zentralen von Polizei und Feuerwehr.     Foto: Symbolfoto: Norbert Jonscher

Handelt es sich bei dem 47-jährigen Braunschweiger um den "Rülpser", der den Polizei-Notruf 110 über Monate hinweg nachts immer wieder massiv gestört und blockiert hatte? In einem Indizienprozess hatte er vor Gericht bis zuletzt bestritten, der Täter zu sein. Doch gegen seine Verurteilung – eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung – ist er nicht angegangen. Wie Rolf Nitschke, Sprecher des Braunschweiger Amtsgerichts, gestern bestätigte, ist das Urteil inzwischen rechtskräftig. Weder Verteidigung noch Staatsanwaltschaft haben vor dem Landgericht Berufung eingelegt.

9 900 Anrufe zwischen Januar und September

Seit Anfang 2008 hatte ein Schock-Anrufer den Notruf durch Anruf-Serien blockiert. Rund 14 000 Anrufe sollen es insgesamt gewesen sein. Die Anklage beschränkte sich auf 48 Serien mit 9 900 Anrufen zwischen Januar und September 2009. Einmal brachte es der Anrufer, der Urlaute oder Beschimpfungen ausstieß, auf 1030 Anrufe innerhalb von zwei Stunden.

Im September 2009 wurde der 47-Jährige als mutmaßlicher "Rülpser", wie er genannt wurde, nach der Ortung des Tat-Handys in seiner Wohnung gestellt. Seitdem hat es keine Schock-Anrufe des "Rülpsers" mehr gegeben.

Angesichts der Massivität der in einer Nacht oft hundertfachen Anrufe ist es strafrechtlich nicht beim Vorwurf des Notruf-Missbrauchs geblieben. Schwerer wog die mit Freiheitsstrafe bedrohte Störung eines öffentlichen Betriebes, der der öffentlichen Ordnung und Sicherheit dient.

Aus Mangel an Beweisen hatte der Verteidiger des 47-Jährigen im Prozess auf Freispruch plädiert. Sein Mandant hatte vor Gericht behauptet, das Tat-Handy kurz vor der Durchsuchung seiner Wohnung auf einem Supermarkt-Parkplatz gefunden zu haben. Allerdings waren Schock-Anrufe, wie sich während der Ermittlungen herausstellte, auch vom Vertragshandy des Angeklagten getätigt worden – eines der Indizien, die zur Verurteilung des 47-Jährigen führten. Im Dunkeln indes war ein mögliches Motiv geblieben.

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