Segelflugzeug von Studentengruppe schafft es ins Museum

Außergewöhnlicher "Nurflügler SB 13" wird im nächsten Jahr im Zweigmuseum "Flugwerft Schleißheim" nahe München gezeigt

Das ausgefallenste Projekt der Akademischen Studenten-Fliegergruppe der Technischen Universität Braunschweig wird die nächsten Jahre im Deutschen Museum bei München verbringen: Das Segelflugzeug SB 13, ein Nurflügler.

Es ist ab Frühjahr 2007 im Zweigmuseum "Flugwerft Schleißheim" am Flugplatz Oberschleißheim nahe München zu bestaunen. Dort leistet er vielen hochkarätigen Konstruktionen wie dem Otto-Lilienthal- Gleiter, einem Airbus A 300, einer DC3 und vielen weitern bekannten Flugzeugen Gesellschaft.

Als Nurflügler zog die SB 13 seit ihrem Erstflug am 18. März 1988 bewundernde Blicke auf sich – sowohl bei der Internationalen Luftfahrt- Ausstellung als auch bei verschiedenen Wettbewerben.

Sie ist seit den 60er Jahren das erste in dieser Konstruktionsweise gebaute Segelflugzeug, teilte die Fliegergruppe weiter mit.

Auch zuvor war diese Bauart nur wenig vertreten. Innerhalb weniger Jahre gelang der Akademischen Fliegergruppe Braunschweig, den Entwicklungsvorsprung von fast 50 Jahren im konventionellen Segelflugzeugbau aufzuholen. Der Nurflügler wurde in sechs Jahren, inklusive Vorversuche und Konstruktion, von Studenten der Akaflieg in Eigenregie fertig gestellt. Und so entstand ein Flugzeug, das problemlos die gleichen Leistungen wie seine "Kollegen" klassischer Bauweise erreicht.

In punkto Sicherheit war die SB 13 ihnen sogar um fast 20 Jahre voraus: Ein Gesamtrettungssystem kann sowohl Piloten als auch Maschine sicher zurück zur Erde bringen.

Durch das Überspringen der schwierigen Prozedur, das Flugzeug verlassen zu müssen, werden die Überlebenschancen der Piloten erhöht. Dies ergab eine Versuchsreihe in Zusammenarbeit mit dem TÜV Rheinland. Hierbei wurde ein Probe-Rumpf mit einem Dummy über dem Flughafen Braunschweig abgeworfen. In der "echten" SB 13 kam es nie zum Einsatz. Erst seit den 90er Jahren wird dieses Prinzip in Ultraleichtflugzeugen angewandt – in Segelflugzeugen seit 2004.

Doch nicht nur für Piloten, auch für Wissenschaftler ist die SB 13 interessant. In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Braunschweig, dem DLR sowie der TU Delft in den Niederlanden konnten im Rahmen von Studien und Diplomarbeiten die Flugeigenschaften eines Nurflüglers erforscht werden. Dies ist auch für den Entwurf künftiger Verkehrsflugzeuge als Nurflügler von Bedeutung.

Die Flugeigenschaften eines Nurflüglers unterscheiden sich von denen eines konventionellen Flugzeuges. So war die SB 13 nur von erfahrenen Piloten zu fliegen. Diese bestritten jedoch erfolgreich mehrere Wettbewerbe, darunter auch Landesmeisterschaften und deutsche Meisterschaften.

Nachdem bei einer Landung im Herbst 2000 das Fahrwerk beschädigt wurde und das Deutsche Museum anbot, die SB 13 zu reparieren und auszustellen, entschloss sich die Akaflieg, den Nurflügler nach München zu geben.

Als Leihgabe soll die SB 13 dort in einen flugfähigen Zustand erhalten werden und nun mit ihrer außergewöhnlichen Erscheinung die Besucher begeistern. red

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