Nachts ratterten die Presslufthämmer

Anwohner der Flughafen-Baustellen beklagen sich über Lärm – Betonierarbeiten nur noch tagsüber

Marianne Kruse wohnt am Flughafen und kann den nächtlichen Lärm nicht mehr ertragen.   

Foto: Rudolf Flentje

Marianne Kruse wohnt am Flughafen und kann den nächtlichen Lärm nicht mehr ertragen.    Foto: Rudolf Flentje

WAGGUM. Mitten in der Nacht legen plötzlich die Presslufthämmer los. "Dann fangen sie auf einmal an, Betonplatten zu zerlegen", ärgert sich die Bernd Gerlich, ein Anwohner der Flughafen-Baustelle. Die ganze Nacht gehe das dann so. "Man findet kaum noch Schlaf."

Auch andere Anwohner klagen über nächtliche Lärmbelästigungen. So Marianne Kruse, sie wohnt am Froebelweg. "Die nehmen überhaupt keine Rücksicht", findet die Rentnerin. Und Bernd Gerlich, der am Lehmkamp wohnt, legt nach: Regelmäßig werde er von dem Krach geweckt. Etwa durch die nervigen "Piep-Anlagen" der Lastwagen, die ausgelöst würden, wenn ein LKW rückwärts fährt, um andere zu warnen. "Man hört diesen Ton in ganz Waggum." Vergeblich habe er sich schon bei der Stadtverwaltung beschwert.

Und die stellte gestern auf Anfrage gegenüber unserer Zeitung klar: Für Arbeiten auf Baustellen in der Nacht sei eine Genehmigung nicht erforderlich; es seien jedoch die Immissionsrichtwerte einzuhalten. Pressesprecher Rainer Keunecke: "Wir haben dazu intensive Vorgespräche mit dem Bauträger geführt, wie es bei solch großen Bauvorhaben üblich ist."

Bereits in diesen Gesprächen mit der Flughafengesellschaft seien zahlreiche Punkte zur Minimierung des Lärms vorgegeben worden: die Lärmminderung nach dem Stand der Technik, eine Bewertung der einzelnen Baumaßnahmen in einem Emissionsgutachten, die Ertüchtigung der Baustelle mit aktiven Schallschutzmaßnahmen sowie die Aufstellung von Baucontainern als Schallschutzwand.

Um die lärmintensiven Bautätigkeiten in den Nachtstunden auf ein Mindestmaß zu beschränken und die Geräuschentwicklung so gering wie möglich zu halten, habe die Immissionsschutzbehörde zudem zum Schutz der Anwohner mehrere Anordnungen vorgenommen – etwa die Einrichtung einer Schallmessstelle und die Information der am stärksten betroffenen Anwohner durch Wurfsendungen oder Aushänge.

"Zudem wurden im Hinblick auf konkret bevorstehende Bautätigkeiten Auflagen gemacht." Ziel sei es, geeignete Maßnahmen zur Lärmreduzierung zu treffen. Dazu zähle "die Reduzierung der Nächte mit geräuschintensiven Arbeitsschritten". Betonierarbeiten seien aufgrund von Überschreitungen der Immissionsrichtwerte ab sofort nur noch tagsüber zulässig.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
    Weitere Artikel aus diesem Ressort