Braunschweig wird Pilot-Stadt für schnelles Internet per Glasfaser-Kabel

Telekom: Deutlich schnellere Verbindungen als mit üblichen Kupferkabeln

Die Telekom hat angekündigt, in Braunschweig neue Glasfaser-Kabel verlegen zu lassen. Sie werden besonders schnelle Internet-Verbindungen zulassen. Braunschweig ist Pilot-Stadt für diese in Deutschland relativ neue Technologie.

Erste Tests der Telekom fanden in Dresden statt, und die Pilotphase hat Anfang der Woche in Berlin begonnen. Nun ist Braunschweig an der Reihe. Seitens der Telekom-Pressestelle wurde dies bestätigt. Es hieß aber: "Wir haben noch nicht alle notwendigen Genehmigungen beisammen. Die Verhandlungen werden allerdings demnächst abgeschlossen." Dann sollen Details erläutert werden.

Unproblematisch ist das Vorhaben nicht. Denn die neue Technologie sieht vor, die Glasfaser-Kabel bis ins Haus zu legen. Wie einst das Kabel für das Kabelfernsehen. Weil das neue schnelle Internet also nicht per Telefonleitung ins Haus kommt oder ein anderes Versorgungsnetz mitgenutzt werden kann, sind umfangreiche Erdarbeiten notwendig, um die neuen Kabel zu verlegen. Das macht den Einsatz der Technologie teuer.

Im Gegenzug verspricht die Übertragung per Glasfaser-Kabel, neue Anwendungsbereiche zu erschließen, die mit der heutigen Technik undenkbar sind. Wissenschaftler werden sich freuen, die immer größer werdenden Datenpaket künftig schnell verschicken und empfangen zu können.

Die Unterhaltungsindustrie sieht hingegen die Möglichkeit, dem Verbraucher zum Beispiel neue dreidimensional gedrehte Filme per Internet anbieten zu können, ohne dass der Kunden auf weitere Internet-Nutzungen verzichten müsste. Wenn heute bis zu 50 Megabits die Sekunde übertragen werden, so ermögliche das neue Glasfaser-Kabel bis zu 200 Megabits die Sekunde.

In Braunschweig, so hieß es seitens der Pressestelle, wolle die Telekom zunächst Erfahrungen sammeln. Denn das Glasfaser-Projekt soll fortgesetzt werden: Für das Jahr 2012 plant die Telekom bereits eine Netzabdeckung von über vier Millionen Haushalten in den 50 größten Städten.

Denn Deutschland hinkt beim Ausbau hinterher: Gegenwärtig sind erst 0,4 Prozent der deutschen Internet-Nutzer an das schnelle Glasfaser-Netz angebunden. In Schweden hingegen bereits 10 Prozent. Auch die Franzosen und Italiener sind besser versorgt.

Allerdings wird das neue Glasfaser-Netz wohl nicht die weißen Flecken auf dem Stadtplan zum Verschwinden bringen, die ausweisen, wo es eine ausgesprochen schlechte Anbindung an das Internet gibt. Zum Beispiel in Geitelde, Stiddien, Bevenrode oder Harxbüttel. Wie berichtet, ging Braunschweig leer aus, als Fördermittel vergeben wurden, da es in anderen Städten und Kreisen noch schlechter aussah.

Als gut versorgt gelten in Braunschweig hingegen Innenstadt, Östliches Ringgebiet, Nordstadt, Petritor, Wilhelmitor, Lehndorf und die Weststadt.

Seitens der Telekom hieß es, man stehe in Verbindungen mit Braunschweiger Wohnungsbaugesellschaften, da die Erlaubnis zum Anschluss der Gebäude einfacher und schneller zu erhalten sei. Die Baugesellschaften verfügen allerdings nicht über ausgedehnten Wohnungsbesitz in den unterversorgten Ortsteilen.

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