„Als Radfahrer wird man hier angepöbelt“

Braunschweig  Auf der Bevenroder Straße in Querum ist das Radeln auf der Fahrbahn zulässig. Einigen Autofahrern passt das aber nicht, kritisiert ein Leser.

Auf der Bevenroder Straße in Querum ist der Fußweg auf einem langen Stück für Radfahrer freigegeben. Das heißt: Sie dürfen dort fahren, müssen es aber nicht. Auch das Radeln auf der Straße ist zulässig.

Foto: Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Auf der Bevenroder Straße in Querum ist der Fußweg auf einem langen Stück für Radfahrer freigegeben. Das heißt: Sie dürfen dort fahren, müssen es aber nicht. Auch das Radeln auf der Straße ist zulässig. Foto: Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Ein Leser schreibt auf unserem Internetportal Alarm38:

„Als Radfahrer wird man auf der Bevenroder Straße durch Autofahrer oft angepöbelt und geschnitten. Dort könnte ein Schild ,Radfahrer auf der Fahrbahn’ hilfreich sein.““

Wer entlang der Bevenroder Straße mit dem Fahrrad unterwegs ist, hat auf einem langen Teilstück die Wahl: Man darf sowohl auf dem Fußweg radeln als auch auf der Straße – zum Beispiel in nördlicher Richtung zwischen Hungerkamp und Köterei. Entsprechende Verkehrsschilder auf dem Fußweg weisen darauf hin.

Ein Leser kritisiert aber, dass viele Autofahrer die Regelung offensichtlich nicht kennen. Radfahrer würden oft angepöbelt und angeschnitten, wenn sie die Straße benutzen. Er schlägt daher vor, Schilder mit der Aufschrift „Radfahrer auf der Fahrbahn“ aufzustellen – so wie in der Kastanienallee.

Was ist von dieser Idee zu halten? Markus Feuerhahn vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) befürwortet sie. Die Situation sei durchaus mit der Kastanienallee vergleichbar, sagt er. „Dort hatten Radfahrer seit vielen Jahren die Wahlmöglichkeit, entweder den freigegebenen Fußweg oder die Fahrbahn zu nutzen. Auf der Fahrbahn sind die wenigsten Rad gefahren, da man weggehupt und abgedrängt wurde.“

Durch die vor etwa zwei Jahren aufgestellten Schilder „Radfahrer auf der Fahrbahn“ und die gleichzeitige Begrenzung auf Tempo 30 hat sich die Situation Feuerhahn zufolge entspannt. „Jetzt nutzen deutlich mehr Radfahrende die Fahrbahn, gehupt und gedrängelt wird nicht mehr, es wird langsamer gefahren, die Sicherheit hat sich erhöht.“

Der ADFC würde daher die Aufstellung dieser Schilder an der Bevenroder Straße begrüßen, so Feuerhahn, kombiniert mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer.

Allerdings schränkt er ein: „Wir haben dabei gemischte Gefühle, denn grundsätzlich sollte es das Ziel sein, Verkehrszeichen zu reduzieren“, sagt er. „Hier werden zusätzliche Schilder benötigt, um die Straßenverkehrsordnung, die jedem Führerscheinbesitzer bekannt sein sollte, in Textform nochmal zu erklären.“

Und wie beurteilt die Stadt das Ganze? Pressesprecherin Juliane Meinecke erläutert auf Anfrage: „Die Schilder ,Radfahrer auf der Fahrbahn‘ werden von der Stadtverwaltung nur an Straßen aufgestellt, auf denen sich grundlegend etwas an der Verkehrssituation geändert hat. Die Schilder sollen die Verkehrsteilnehmer auf die neue Situation aufmerksam machen.“

Das sei auf der Kastanienallee der Fall gewesen: Dort war das Fahren auf dem Fußweg zunächst verboten worden – wenig später hatte die Verwaltung diese Regelung nach Protesten aber zurückgenommen, so dass Radfahrer seitdem wieder die Wahl haben, wo sie fahren.

Auf der Bevenroder Straße habe sich die Verkehrssituation jedoch nicht verändert, so Meinecke. „Auf dem in Rede stehenden Abschnitt können Radfahrer seit langem auf der Fahrbahn oder auf dem Gehweg fahren, der für Radfahrer freigegeben ist.“ Das heißt: Es wird kein Schild aufgestellt.

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