Networking für Berufseinsteiger

Braunschweig  Wenn (Hoch-)Schulabgänger ihre erste Stelle antreten, kennen sie meist niemanden im Betrieb. Also gilt es, Beziehungen zu den Kollegen aufzubauen.

Der erste Tag in einer neuen Firma, mit neuen Kollegen (hier Eisenleger), ist nie ganz einfach.

Foto: Berggeist/Pixelio

Der erste Tag in einer neuen Firma, mit neuen Kollegen (hier Eisenleger), ist nie ganz einfach. Foto: Berggeist/Pixelio

Mit Grauen denkt Janne Larsen an ihren ersten Arbeitstag. „Ich war völlig unsicher“, gesteht die 18-jährige Auszubildende zur Bürokauffrau. „Ich kannte niemanden und wusste nicht, wie ich mich verhalten sollte.“

Ähnlich geht es fast allen (Hoch-) Schulabsolventen am ersten Arbeitstag. Sie kommen in ein fremdes Umfeld und treffen auf Kollegen, die oft seit Jahren zusammenarbeiten. Und von diesen werden sie gerade in der Startphase aufmerksam beäugt, denn jeder möchte sich ein Bild machen: Wie ist der oder die Neue?

Entsprechend wichtig ist es für Berufseinsteiger, in den ersten Tagen einen guten Eindruck zu hinterlassen, betont Barbara Liebermeister. Die Expertin für Business Relationship Management gibt dazu einige grundlegende Tipps.

Tipp 1: Offen auf die Kollegen zugehen! Dass Sie am ersten Tag unsicher sind, ist normal. Geben Sie sich trotzdem einen Stoß und gehen Sie auf Ihre künftigen Kollegen aktiv zu. Geben Sie ihnen die Hand, sagen Sie ihnen, wer Sie sind und eventuell: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Sie können mir sicher viel erklären.“ Das macht einen guten ersten Eindruck.

Tipp 2: Augen und Ohren aufsperren! In jedem Betrieb gibt es eine Vielzahl ungeschriebener Regeln und ein feines Geflecht von Beziehungen, die aus keinem Organigramm hervorgehen. Fahren Sie also Ihre Antennen aus. Achten Sie zum Beispiel darauf: Wie sehen die Schreibtische der Kollegen aus? Wer ergreift bei Besprechungen das Wort? Wer kann mit wem? Das senkt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie in Fettnäpfchen treten.

Tipp 3: Fragen, fragen, fragen! Wer neu ist, kann noch nicht alles wissen. Doch er sollte Interesse zeigen. Stellen Sie also Fragen. Zum Beispiel: Wie ist die Ablage strukturiert? Was soll ich tun, wenn ich etwas brauche? Erkundigen Sie sich auch nach solchen Dinge wie: Wie ist das hier mit dem Kaffee geregelt? Wer räumt die Spülmaschine ein und aus? An solchen Kleinigkeiten entzünden sich oft Reibereien.

Tipp 4: Interesse für die Kollegen zeigen! Gehen Sie deshalb, wenn hierfür Zeit ist, auf Ihre Kollegen zu und sagen Sie zum Beispiel: „Mich interessiert, was Sie machen. Können Sie mir das mal erklären?“ Und wenn Ihre Kollegen dies tun, dann äußern sie auch mal ein Lob: „Das ist ja irre, wie schnell Sie tippen.“ Über solche Feedbacks freut sich jeder, und Sie haben wieder einen Pluspunkt gesammelt. Auch private Fragen sind erlaubt. Steht zum Beispiel ein Kinderfoto auf dem Schreibtisch? Dann können Sie durchaus fragen: „Ist das Ihre Tochter? Die ist aber hübsch.“

Tipp 5: Einsatz- und Hilfsbereitschaft signalisieren! Wer hilfsbereit ist, ist immer gern gesehen. Bieten Sie deshalb Kollegen Ihre Unterstützung an, wenn diese im Stress sind. Übernehmen Sie zum Beispiel die Dateneingabe oder den Gang zum Kopierer. Und wenn der Feierabend naht? Dann machen Sie sich nicht einfach aus dem Staub. Fragen Sie Ihre Kollegen und insbesondere Ihren Chef zuvor: „Ist noch was zu erledigen, oder kann ich gehen?“

Tipp 6: Suchen Sie den persönlichen Kontakt. Verstecken Sie sich nicht, zeigen Sie sich. Angenommen Sie haben eine Frage an einen Kollegen. Dann versenden Sie nicht stets interne Mails. Greifen Sie auch mal zum Telefon. Oder noch besser: Schauen Sie bei ihm vorbei. Und in der Mittagspause? In ihr sollten Sie zumindest in der Startphase in die Kantine gehen – selbst wenn Ihnen das Essen nicht schmeckt. Denn dort können Sie mit Kollegen Small Talk führen und erfahren so viel über sie und den Betrieb.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
    Weitere Artikel aus diesem Ressort