Vom Kaminputzer zum Energie-Berater

Schornsteinfeger sind längst nicht mehr nur für den Schornstein zuständig. Sie sind heutzutage vielseitige Energie-Berater.

Schornsteinfeger Holger Bruns steht auf einem Dach mit seinem Handwerkszeug: eiserne Kugel mit Besen an einer Kette, dazu eine Leiter. Heutzutage sind Schornsteinfeger nicht mehr nur zuständig für die Kontrolle von Heizungen. Sie sind Experten in Sachen Energie.    

Foto: Marcus Brandt dpa

Schornsteinfeger Holger Bruns steht auf einem Dach mit seinem Handwerkszeug: eiserne Kugel mit Besen an einer Kette, dazu eine Leiter. Heutzutage sind Schornsteinfeger nicht mehr nur zuständig für die Kontrolle von Heizungen. Sie sind Experten in Sachen Energie.     Foto: Marcus Brandt dpa

Auch wenn er den Leuten aufs Dach steigt, böse ist ihm niemand. Ganz im Gegenteil: Die meisten freuen sich, wenn sie ihn sehen und manch einer dreht ihm an seinen goldenen Knöpfen. Schließlich soll das Glück bringen.

Schornsteinfeger erkennt man gleich. An ihrer schwarzen Jacke (im Fachjargon heißt sie Koller), dem Halstuch, dem Zylinder und dem Kehrbesen auf der Schulter. Dabei umfasst das Reinigen von Rauchfängen und Kaminen nur noch etwa 30 Prozent ihrer Aufgaben.

Der traditionelle Handwerksberuf hat sich mit den Jahren stark gewandelt. Schornsteinfeger sind nicht nur dafür zuständig, den Schadstoff-Ausstoß von Heizungsanlagen zu kontrollieren. "Wir prüfen Heizungen und Wärme-Isolierungen, und wir messen, ob Gebäude winddicht sind", sagt Frank Dornemann von der Braunschweiger Schornsteinfeger-Innung. Die Innung ist für das Schornsteinfeger-Handwerk in der gesamten Region zuständig.

Die Diskussionen um Umwelt und Klimaschutz bringen es mit sich, dass Schornsteinfeger heutzutage Energieberater sind. Gerade in kalten Wintern interessieren sich immer mehr Menschen für alternatives Heizen mit Holz. Erster Ansprechpartner ist da immer noch der Schornsteinfeger. Er kennt die technischen Anlagen und weiß um das Heizverhalten der Bewohner. Schließlich kehrt er seit vielen Jahren regelmäßig in denselben Wohnungen. Denn bislang waren die Bezirke für Schornsteinfeger festgelegt.

Das Monopol wurde 2008 allerdings vom Bundesrat gekippt, bis zum 31. Dezember 2012 wird es eine Übergangszeit geben. Ab 2013 gilt der freie Wettbewerb und jeder Hauseigentümer kann sich seinen Schornsteinfeger aussuchen.

Schornsteinferger-Meister Frank Dornemann betont: "Viele denken, nun könnten Hauseigentümer auch selbst entscheiden, wie oft sie welche Anlagen untersuchen lassen – das stimmt aber nicht." Zwar kehrt mit der Liberalisierung mehr Marktwirtschaft ein, aber die regelmäßige Prüfung der Feuerstätten und die Erfüllung von Emissionsvorgaben sind freilich nach wie vor Pflicht.

Ohne eine Spezialisierung werden es Schornsteinfeger künftig schwer haben. Weiterbildungen, wie etwa zum Brandschutz-Techniker, sind schon jetzt ein großer Bestandteil des Berufsalltags, sie werden aber wohl noch wichtiger.

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