Arbeitgeber befürchten Engpässe

Die Deutschen werden immer älter, deswegen werden auch mehr Alten- und Krankenpfleger benötigt. Doch weil die miserabel bezahlt sind, gibt es große Nachwuchssorgen.

Die sozialen Berufe sind nicht nur auf Zivildienstleistende wie Magnus Wawrzyniak (links) angewiesen, sondern auch auf gut ausgebildete Fachkräfte – und die könnten knapp werden, befürchten nicht nur Gewerkschaften.    

Foto: Archivfoto: Roland Weihrauch/dpa

Die sozialen Berufe sind nicht nur auf Zivildienstleistende wie Magnus Wawrzyniak (links) angewiesen, sondern auch auf gut ausgebildete Fachkräfte – und die könnten knapp werden, befürchten nicht nur Gewerkschaften.     Foto: Archivfoto: Roland Weihrauch/dpa

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Sozialforschung (IAB) sagt einen Fachkräftemangel im Sozialwesen voraus. Bei der Zahl offener Stellen kämen die sozialen Berufe inzwischen direkt nach den Ingenieurberufen, teilte das Institut mit. Fachkräfte würden vor allem in Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Erziehung sowie Alten- und Krankenpflege gesucht.

Annelie Buntenbach vom Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes reagierte darauf mit Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen für soziale Berufe. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres seien 103 500 Stellen in sozialen Berufen vakant gewesen. Das seien 37 Prozent mehr als im Jahr davor. "Gerade in der Krise können wir es uns nicht erlauben, Jobpotenziale bei den sozialen Berufen ungenutzt zu lassen."

Doch Kindererziehung oder Pflege dürften nicht wie Hilfsarbeiterjobs bezahlt werden. "Qualifizierte Arbeit gibt es nicht zum Dumpinglohn", betonte die Gewerkschafterin. Der Aus- und Weiterbildung in sozialen Berufen komme zudem eine Schlüsselrolle zu, sagte Buntenbach: "Und zwar sowohl im Hinblick auf den Arbeitsmarkt als auch auf die soziale Qualität unserer Gesellschaft."

Rund 63 000 Arbeitgeber in Deutschland erwarten nach den Ergebnissen der IAB-Studie für die kommenden drei Jahre einen steigenden Bedarf in den sozialen Berufen. Mehr als die Hälfte befürchten demnach Engpässe bei den Arbeitskräften. Unter anderem könne der Ausbau der Kinderbetreuung für unter Dreijährige behindert werden.

Auch die Qualität der Betreuung in Pflege- und Altenheimen sei bedroht. Das IAB erfasst vier Mal jährlich das gesamte Stellenangebot, also auch jene Stellen, die nicht den Arbeitsagenturen gemeldet werden. Jeden Herbst werden rund 14 000 Betriebe schriftlich befragt, in den anderen drei Quartalen 8000 Betriebe telefonisch. epd

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