Viel Abwechslung, wenig Schlaf

Der Beruf der Woche: Sie sollen für einen abwechslungsreichen und unterhaltsamen Club-Urlaub sorgen: die Animateure.

Der Club Magic Life Kemer Imperial liegt an der türkischen Riviera am Rande des Taurusgebirges.    

Foto: Tui

Der Club Magic Life Kemer Imperial liegt an der türkischen Riviera am Rande des Taurusgebirges.     Foto: Tui

Sport-Animateur Florian Stoy aus dem Club Magic Life Kemer Imperial in der Türkei gewährt einen Einblick in seinen Tagesablauf.

8.30 Uhr: Aufstehen. Heute kein Problem, ich war vergangene Nacht schon kurz nach Mitternacht im Bett.

9 Uhr: Frühstück gemeinsam mit unseren Gästen. Wie immer Brötchen mit Nutella. Erinnert mich an die Heimat, und die große Auswahl vom Buffet brauche ich nicht. Heute verläuft das Frühstück besonders unterhaltsam. Ich treffe Urlauber wieder, die ich ein Jahr zuvor bereits im Magic Life Club Kalawy in Ägypten betreut habe. Aber leider habe ich nur wenig Zeit, gleich steht das erste Meeting auf der Agenda.

9.15 Uhr: Team-Besprechung für das heutige Programm.

9.45 Uhr: Ich starte unser Club-Radio und kündige die heutigen Aktivitäten an – von Bogenschießen bis Wasserball.

10.15 Uhr: Das Sportprogramm beginnt. Ich bin fürs Bogenschießen verantwortlich. Vormittags sind immer die Einsteiger an der Reihe. Ein Familienvater ist offenbar ein Naturtalent und trifft schon nach wenigen Versuchen in die goldene Mitte. Zum Bogenschießen bin ich per Zufall gekommen, als der Club und der Trainer der türkischen Nationalmannschaften nach Animateuren für die Traditionssportart gesucht hatten. An meinem freien Tag spiele ich gern Beachvolleyball und steige aufs Fahrrad.

11.15 Uhr: Die Stunde vergeht schnell, jetzt muss ich alles wieder einsammeln. Das Reparieren der Ausrüstung ist ein wenig lästig.

12 Uhr: Am Pool starten wir ein kleines Spiel und tanzen anschießend unseren Clubtanz.

12.30 Uhr: Teammeeting, anschließend Probe für die abendliche Show.

13.15 Uhr: Mittagessen, wieder mit den Gästen. Was andere vielleicht stören könnte, macht mir viel Spaß. Ich treffe täglich neue interessante und unterhaltsame Leute. In den zwei Jahren als Animateur hatte ich nur an einem Tag keine Lust. Ich bin nicht der Typ, der Ruhe braucht. Besonders lustig wird es, wenn Gäste aus meiner Heimatregion Würzburg im Club sind. Gerade beim Austausch mit unseren Gästen wird deutlich, dass wir uns eher als Entertainer denn als Animateur verstehen.

13.45 Uhr: Kurze Mittagspause. Wie mein Zimmernachbar, mit dem ich mir ein Doppelzimmer teile, genieße ich ein kurzes Nickerchen.

15 Uhr: Gästebetreuung am Pool.

16.15 Uhr: Bogenschießen zum Zweiten. Nun für die Fortgeschrittenen. Wir messen uns in einem Turnier. Und zum Abschluss eine nicht ernst gemeinte Runde: Statt der Scheibe sind Luftballons unser Ziel.

18 Uhr: Das Entertainmentprogramm endet. Mit einer letzten Ansage im Clubradio informiere ich über das Abendprogramm. Anschließend Team-Meeting und eine kurze Abschlussprobe: Mein Tanzpartner und ich üben nochmals den Auftritt für die Abend-Show.

20 Uhr: Abendessen mit unseren Gästen. Im Hauptrestaurant gibt es jeden Abend ein anderes Themenbuffet, im Turnus von 14 Tagen wiederholt sich das Angebot. Mir ist das wöchentliche Gala-Dinner am liebsten. Dann kleiden sich Gäste und wir Animateure besonders schick.

21.30 Uhr: It’s Showtime: Vorhang auf für "Aschenputtel". Ich spiele – wie alle zwei Wochen – die Schwester. Der große Beifall der Gäste hilft darüber weg, dass ich für diese Rolle in Frauenkleider schlüpfen muss. Daran kann ich mich wirklich nicht gewöhnen.

Gottlob gibt es auch andere Shows wie etwa die "Rhythm of Salsa". Jeden Tag bieten wir ein anderes Abendprogramm: Von Karaoke-Singen bis hin zu selbst inszenierten Shows. Regelmäßig finden abends auch Beachparties statt. Das Programm wiederholt sich alle zwei Wochen.

22.30 Uhr: Nach der Show lassen wir den Abend gemeinsam mit unseren Gästen an der Poolbar bei Live-Musik, Tanz und Cocktails langsam ausklingen.

24 Uhr: Letzte Aufgabe des Tages – wir begleiten unsere Gäste noch in die Disco.

00.30 Uhr: Endlich Feierabend. Ich gehe gleich schlafen. Denn zu viele zu kurze Nächte können einen echt fertig machen. Ich freue mich auf meinen morgigen freien Tag.

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