Heiße Motoren und eisige Passagen

Die Rallye Monte Carlo feiert 2011 ihren 100. Geburtstag. Schon seit 1911 ist das Fürstentum Monaco jährlich ein Sammelplatz spannender Motorsportwettkämpfe.

Präzisionsarbeit: Isolde Holderied und Copilotin Catherine François vom Toyota Castrol Team Deutschland bei der Rallyee 1999 durch eisiges Gelände.   

Foto: Archivfoto: dpa

Präzisionsarbeit: Isolde Holderied und Copilotin Catherine François vom Toyota Castrol Team Deutschland bei der Rallyee 1999 durch eisiges Gelände.    Foto: Archivfoto: dpa

Die Rallye de Monte Carlo feiert vom 19. bis zum 22. Januar 2011 ihr 100. Jubiläum und gilt als die schwierigste Rallye der Welt. Über vereiste Gebirgsstraßen der französischen Alpen erreichen die Fahrer nach vier rasanten Tagen das Fürstentum.

Die Rallye 2011 startet am 19. Januar in der französischen Stadt Valence. Über die Berge der südfranzösischen Region Ardeche rasen die Autos über verschneite Straßen vorbei am ältesten Gebirge der Welt. Am zweiten Tag steht die Fahrt durch das französische Département Drome auf dem Programm, bevor die Piloten am dritten Tag über die Seealpen entlang der französischen Riviera heizen.

Der legendärste Abschnitt über die Passstraße am Col de Turini wird nicht mehr, wie vor 100 Jahren, als Nachtetappe ausgetragen. Ursprünglich wurde diese Etappe als "Nacht der langen Messer" bezeichnet. Trotzdem zählt die verwinkelte Serpentinenstraße in einer Höhe von über 1000 Meter zum Gefährlichsten, was Rallyepiloten auf vier Rädern bewältigen können. Daher verwundert es nicht, dass nur die 60 besten Fahrer der Rallye zu dieser Etappe zugelassen werden, zu denen vielleicht auch Lotus-Renault Pilot Robert Kubica gehören kann, der bereits zum zweiten Mal die Rallye de Monte Carlo fahren wird. Nach rund 1341 Kilometern erreichen die Teams am Samstag Monte Carlo und fahren in den monegassischen Yachthafen ein.

Seit der ersten Austragung rasen die Fahrer über die kurvigen Strecken durch die französischen Alpen. Enge Gebirgspassagen, rauer Asphalt und unvorhersehbares Wetter vom Schneesturm bis zum strahlenden Sonnenschein – eine unglaubliche Herausforderung für jeden Fahrer. Die Rallye de Monte Carlo, die liebevoll auch als "Monte" bezeichnet wird, gilt als "Mutter" des heutigen Rallye-Sports. Fürst Albert I. hatte den Wettkampf 1911 ins Leben gerufen, um in der Wintersaison Touristen ins Fürstentum zu locken.

Nur vier Tage später sorgt die Historische Rallye Monte Carlo vom 26. Januar bis zum 2. Februar 2011 für quietschende Reifen auf Monacos Straßen. Dann taucht der Kleinstaat an der Cote d’Azur in die Automobilindustrie der 60er und 70er Jahre ein.

Alle teilnehmenden Oldtimer müssen mindestens 30 Jahre alt, als historisch zertifiziert und zwischen 1955 und 1977 auf den Straßen gewesen sein. Zusätzlich müssen die Wagen mit den Modellen der Monte Carlo Rallye der Jahre 1955 bis 1980 übereinstimmen.

Diese Rallye verlangt ein Höchstmass an Präzision, um mit den Klassikern die kurvige Alpenstraße zu fahren. Sowohl das Wetter als auch der Streckenzustand sind schwer vorhersehbar – eisige Passagen und tobende Schneestürme sind hier keine Ausnahme.

Alle Informationen zur Rallye Monte Carlo und Historischen Rallye Monte Carlo sowie zum Automobilsport im Fürstentum unter www.acm.mc

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