Kühle Autos heizen Atmosphäre auf

Auto-Umwelt: Autoklimaanlagen steigern den Kraftstoffverbrauch und heizen dadurch das Weltklima auf. Der Ruf nach Regelungen wird laut.

Drei Knöpfe regeln das Klima im Auto.

Foto: Rainer Hacken/Picture Alliance 

Drei Knöpfe regeln das Klima im Auto. Foto: Rainer Hacken/Picture Alliance 

Klimaanlagen gehören in Autos schon zur Standardausstattung. Angesichts des rasant wachsenden Pkw-Bestandes lautet jedoch die Frage: Wie wirkt sich das auf die Umwelt aus?

Die Autohersteller sollen die jeweils wirksamste Klimatechnik sowie klimaschonende und auch im Brandfall ungiftige Kältemittel einsetzen. Ein EU-weit einheitliches Messverfahren soll darüber hinaus den Kraftstoffmehrverbrauch für Autokäufer transparent machen. Das sind die Kernforderungen der Fachtagung "Prima Klima im Auto: Wie wird die Klimaanlage zukunftsfähig?", die am Dienstag in den Räumen der Vertretung der EU-Kommission in Berlin stattfand.

Veranstalter des Treffens mit rund 70 Experten aus dem In- und Ausland waren die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der ökologische Verkehrsclub VCD im Rahmen der gemeinsamen und von der EU geförderten Kampagne Pro Klima.

Nach dem Ersatz von Kältemitteln auf Basis von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) durch den Fluorkohlenwasserstoff Tetrafluorethan (R134a) in den 1990er Jahren richtet sich der Fokus jetzt auf die Beschleunigung der Klimaerwärmung durch Kältemittel aus Autoklimaanlagen. Denn R134a heizt die Atmosphäre 1430mal stärker auf als Kohlendioxid (). Ohne Gegenmaßnahmen erwartet das UN-Umweltprogramm UNEP, dass die Atmosphärenbelastung aus Pkw-Klimaanlagen das Weltklima wegen des rasanten Anstiegs der globalen Pkw-Flotte in wenigen Jahren wesentlich stärker belasten wird als der gesamte deutsche Straßenverkehr.

Nikolaus Steininger, der Vertreter der EU-Kommission (Generaldirektion Unternehmen und Industrie), kündigte an, verstärkt effiziente Klimaanlagen zu fordern. Ineffiziente Klimaanlagen sollen mit einem -Zuschlag belegt und effiziente mit einem -Abschlag gefördert werden. Bereits 2013 soll die Kraftstoffeffizienz von Autoklimaanlagen Eingang in die Euro 6-Abgasnormen finden.

Gefordert wurde von mehreren Referenten auch ein EU-weit geltendes, einheitliches Messverfahren über den Kraftstoffmehrverbrauch durch Autoklimaanlagen. Der kann im Extremfall bis zu einem Fünftel des Gesamtverbrauchs ausmachen.

Diskutiert wurden auf der Tagung auch Alternativen zu R134a. Als Mittel der Wahl favorisierten mehrere Referenten das natürliche Kältemittel Kohlendioxid ().ots

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