Spiel mir das Lied vom Rennsport

Fernab von vollen deutschen Autobahnen: Ein Cayman R auf den einsamen Straßen Mallorcas. Schwarze Haube? Nicht jedermanns Geschmack.   

Foto: Porsche

Fernab von vollen deutschen Autobahnen: Ein Cayman R auf den einsamen Straßen Mallorcas. Schwarze Haube? Nicht jedermanns Geschmack.    Foto: Porsche

Auto-Neuheiten

Porsche hat dem Cayman mit dem Typ R eine extrem sportliche Version spendiert.

Porsches internationaler Mythos wurzelt noch immer im Motorsport. Egal, ob bei Bergrennen oder bei Langstreckenrennen, bei Rallyes oder in der Formel 1: Überall war Porsche weltmeisterlich. Allerdings schrumpfte das Renn-Engagement während der vergangenen 20 Jahre der Ära Wiedeking in den Bereich von Dürftigkeit hinab. Das soll sich in Zukunft ändern. Sportlichkeit hat bei Porsche nun wieder Vorrang. Ein aktuelles Beispiel ist der Cayman R.

Warum sind Motorsport und Racing-Tradition für eine Marke überhaupt wichtig? Weil sie die Glaubwürdigkeit der Modelle beweisen, das Image stärken und den Träumen Stoff liefern. Denn ein Sportwagen verkauft den Kunden nun mal Träume. Auch dieser Cayman R.

Flach, straff, kerniger Sound

Man fühlt sich in diesem jüngsten Spross aus Stuttgart-Zuffenhausen wie im Cockpit eines Rennsportwagens. Die Sitzposition ist fast ähnlich flach. Das Auto rollt angenehm straff dahin, reagiert direkt, zieht enorm an, und auch der Auspuffsound klingt kernig. Kurz: Der Typ R, der übrigens gegenüber dem Normal-Cayman deutlich weniger Kilos auf die Waage bringt, ist eine echte Fahrmaschine.

Die Karosserie mit ihren Elementen von Retro-Design erinnert von der Silhouette her ein wenig an jene Fahrzeuge und jene Zeiten, die viele Porschefahrer nur noch aus Bilderbüchern kennen. An die Epoche, als Spyder und Carreras bei Targa Florio und bei den 1000 Kilometern auf dem Nürburgring, in Monza oder Le Mans um Siege rangelten.

Ursprünglich ist der Cayman aus dem Boxster entstanden, also aus dem Roadster. Inzwischen hat sich das Coupé längst zum eigenständigen Typ etabliert – auch wenn er dem legendären 911 etwas ähnelt.

Doch der Cayman R ist keineswegs nur dessen kleiner Bruder. Sondern eher reizvoller, handlicher und sogar temperamentvoller als der gute, alte Elfer-Carrera, den übrigens die Generation der Senioren besonders gern fährt.

Nun wünschen sich zwar die wenigsten Porschekunden einen Rennwagen für die Straße. Das wäre bei der heutigen Verkehrsdichte wirklich nicht zeitgemäß. Doch immer mehr Fans leisten sich ein Spaßgerät, weil sie einen Spagat schätzen. Einerseits kann man nämlich mit einem Cayman R täglich brav die beruflichen Touren abspulen. Aber andererseits gestattet er – nach dem Motto "Spiel mir das Lied vom Rennsport" – ebenso gut Ausflüge auf eine echte Rennstrecke, um mal richtig Gas zu geben.

Auf der Rennpiste austoben

In Europa gibt es inzwischen fast 40 Rennbahnen, auf denen sich Privatleute austoben können. Und zwar ohne, dass sie ihren Führerschein riskieren! Für solch Spaß-Wochenenden ist diese bissige und jugendlich-potente Variante des Cayman-Coupés ideal.

Ja, noch etwas: Wenn Cayman R, dann doch bitte mit dem PDK-Getriebe, um – wie im Rennsport üblich – per Fingerdruck zu schalten!

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