Eisiger Beweis: Allrad ist angenehm

Tiguan: Zeitgemäß ein wenig kleiner und mit "allen Vieren" gegen den Winter.

Der VW Tiguan – ein kompaktes Vielzweckauto. Das Kunstwort Tiguan entstand aus Tiger und Leguan.   

Foto: VW

Der VW Tiguan – ein kompaktes Vielzweckauto. Das Kunstwort Tiguan entstand aus Tiger und Leguan.    Foto: VW

Geländewagen – unter diesem Namen werden sie noch immer vom Kraftfahrtbundesamt geführt. Doch in der Praxis rollen höchstens 10 Prozent derartiger Fahrzeuge regelmäßig abseits befestigter Straßen. Die übrigen bewältigen das Normalprogramm: Fahrten ins Büro oder ins Geschäft, zum Kindergarten, zum Supermarkt, auf den Golfplatz oder in den Urlaub.

Man nennt sie SUV (Sport Utility-Vehicle), aber treffender wäre das Wort Vielzweckauto. Ihre Variabilität ist groß und neben praktischen Vorzügen bieten die meisten von ihnen auch noch einen echten Sicherheitsvorteil: Den Allradantrieb.

Gerade die zurückliegenden Wintertage konnten bei unserem Tiguan-Test wieder mal die Überzeugung stärken: Mit vier angetriebenen Rädern – bei Volkswagen 4motion genannt – verlieren Eis und Schnee deutlich an Schrecken.

Um mal ein wenig technisch zu werden: Zwar ist dieser Tiguan vom Grundlayout her zu 90 Prozent ein Frontantriebler. Doch wenn die Vorderräder auf glattem Untergrund oder im Schnee zu wühlen anfangen, erhöht eine Ringkolbenpumpe den Druck auf die Lamellenkupplung (Haldex) des Mitteldifferenzials und ruft damit die Hinterräder zur Hilfe. Im Extremfall zu 100 Prozent.

Der Tiguan ist seit 2008 auf dem Markt und hat sich trotz harter Konkurrenz – wie BMW X1 – auf Anhieb zu einem Bestseller entwickelt. Das hat Gründe. Er ist nicht nur außerordentlich handlich, kompakt und qualitativ hochwertig, sondern er kam auch zu einer Zeit auf den Markt, in der sich die Kunden nach dem Motto "alles eine Nummer kleiner" von Dickschiffen wie Porsche Cayenne, Audi Q7, VW Touareg oder Mercedes ML/R abzuwenden begannen.

Der TSI (Turbo und Benzindirekteinspritzung) ist in der Zweiliterversion ausgesprochen flott, der Verbrauch dann natürlich etwas höher. In unserem Test waren es um die 9 Liter, im Stadtverkehr können es 11 Liter werden. Allerdings rollt der VW-SUV außerorts auch mit weniger als 7 Litern dahin. Wer also richtig sparen will, muss schon auf einen Blue-Motion-Diesel umsteigen.

Ansonsten: Viel Platz (leider hohe hintere Ladekante), sehr variabel, gut ausgestattet, komfortabel, sicher (5 von 5 Sternen beim Euro-Crash-Test) und – besonders positiv zu vermerken – eben kein klotzig-protzig wirkendes Geländewagen-Modell.

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