Der Duft von Heu weht ins Cockpit

Silbrige Überrollbügel, Alu-Felgen, vier Auspuffrohre und Modefarbe Weiß: Audi weiß, was die Fans mögen.   

Foto: Audi

Silbrige Überrollbügel, Alu-Felgen, vier Auspuffrohre und Modefarbe Weiß: Audi weiß, was die Fans mögen.    Foto: Audi

Auto-Markt

Cabrio der gehobenen Art: Audi TTS, ein Kürzel das an die Marke NSU erinnert.

Frühmorgens, wenn sich die Sonne soeben zeigt, ist Cabrio-Wetter. Besonders an einem Sonnabend oder Sonntag. Dann locken – fernab vom Autobahnstress – leere Straßen. Gibt es das noch? Leere Straßen? Aber, ja: Im Harzvorland beispielsweise. Oder wenn man über Söllingen und Ohrsleben hinein nach Sachsen-Anhalt zuckelt und auf die "Straße der Romanik" einbiegt oder die "Deutsche Alleenstraße".

Wer dann "oben ohne" unterwegs ist, der will nicht schnell irgendwo sein, sondern nur gemächlich dahinrollen. Er will die Landschaft und das beschauliche Fahren genießen.

Das geht auch heute noch, wenn man sich die richtigen Strecken auswählt. So, wie wir das im Audi TTS-Roadster getan haben. Kühle weht ins Cockpit, später der Duft von Kornfeldern und Heu, von Waldfrische, von Wasser und Erde.

Es beginnt zu nieseln. Na, und? Im Gegensatz zu früher ist das Öffnen und Schließen des Verdecks nur noch eine Sache von Sekunden. Ein Knopfdruck – und schon surrt das Stoffdach hoch.

TTS: Dies Kürzel zierte Mitte der 1960er-Jahre ein kompaktes NSU-Modell, das viel Temperament besaß und noch heute den Fans einen gewissen Glanz in die Augen treibt.

NSU: Das war jene grandiose Motorradmarke, die in Neckarsulm superschnelle Bikes baute und 1953, 1954, 1955 (mit Haas, Hollaus, Müller) die Weltmeisterschaft errang. Später baute NSU tolle Autos. Vom Prinz über den Wankel-Spider bis hin zum Ro 80 – und eben auch den supersportlichen TTS.

Heute werden auf dem ehemaligen NSU-Gelände nicht nur normale Audis produziert, sondern dort residiert auch die von Werner Frowein geführte Quattro GmbH, die Spezialistentruppe für "heiße" Audi-Geräte mit dem Zusatzkürzel S, RS bis hin zum LMS-R8-Rennsportwagen.

Den TT-Roadster (TT erinnert an die NSU-Siege bei der Tourist-Trophy) gibt es als S und als RS. Wobei der TTS mit seinen 272 "Pferden" völlig ausreicht; auch er hat – wie der deutlich stärkere RS – "Porsche-Format". Mit bäriger Kraft, mit knackigem (nicht zu hartem) Fahrwerk, mit feinfühligem S-Tronic-Getriebe.

Der Gepäckraum erweist sich für einen Zweisitzer als beachtlich groß. Die Ausstattung ist top, ebenso die Qualität. Nur: Teuer sind diese Audi-Roadster, zumal, wenn man noch einige Extras (Navi etc.) dazu packt.

Dafür ist der TTS-Roadster kein Protzmodell, sondern ein sympathischer "Untertreiber". Das ziert ihn.

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