Reisemobil-Branche im Aufwind

Noch bis 4. September Caravan Salon in Düsseldorf – Hersteller haben Krise hinter sich gelassen

Der Caravan Salon in Düsseldorf zeigt Neuheiten der Reisemobilbranche.

Foto: Auto-Reporter 

Der Caravan Salon in Düsseldorf zeigt Neuheiten der Reisemobilbranche. Foto: Auto-Reporter 

In Düsseldorf Freunde des mobilen Urlaubs beim 50. Caravan Salon. Bis Sonntag zeigen 571 Aussteller unter anderem neue Reisemobile und Wohnwagen. Zahlreiche Fahrzeuge in allen Preis- und Größenkategorien haben Premiere. Die Messegesellschaft rechnet mit mehr als 16 000 Caravan-Interessierten.

Die starke Präsenz der Aussteller sollte nicht allein mit dem runden Jubiläum begründet werden. Vielmehr ist es der Aufwind, in dem sich die Branche befindet. Allein in den ersten sechs Monaten 2011 wurde mit 3,08 Milliarden Euro ein Umsatzplus von 27 Prozent eingefahren. Maßgeblich zu den guten Geschäften beigetragen hat der Trend zu voll ausgestatteten Fahrzeugen.

Für Klaus Förtsch, Präsident des Caravaning Industrie Verbandes, steht fest: Die deutsche Caravaningbranche habe die Krise erfolgreich hinter sich gelassen, das erste Halbjahr 2011 sei ausgesprochen positiv verlaufen. So hätten die Caravanzulassungen in Deutschland in diesem Zeitraum um zwölf Prozent, die Reisemobilzulassungen sogar um 18 Prozent zugelegt. Noch deutlich positiver hätten sich mit plus 5,6 Prozent bei den Caravans und plus 26 Prozent bei den Reisemobilen die Produktionszahlen entwickelt. An den guten Umsätzen von 3,08 Milliarden Euro war das Neuwagengeschäft mit 52 Prozent beteiligt. Zugenommen haben neben dem Service auch der Absatz von Zubehör sowie der Second-Hand-Markt.

Insgesamt kamen in Europa bis Juni circa 100 000 Caravans und Reisemobile neu in den Verkehr. Vor allem die deutschen Hersteller konnten davon partizipieren. Deren Export ist abermals um rund zehn Prozent auf 13 300 Fahrzeuge gestiegen, während der europäische Caravanmarkt insgesamt nicht zulegen konnte. Die Exportquote im Caravanbereich liegt bei 57,9 Prozent. Noch besser lief das Ausfuhrgeschäft bei den Reisemobilen: plus 21,5 Prozent.

Was aber treibt die Urlauber vermehrt zum Caravaning? Laut Susanne Köhler, Expertin für Tourismus-Trends des Zukunftsinstituts, profitiert Caravaning als naturnaher Urlaub in besonderem Maße von den derzeitigen gesellschaftlichen Trends. Es seien Sehnsüchte wie Abschalten, sich individuell im eigenen Rhythmus bewegen und im Einklang mit der Natur leben, die der Branche Rückenwind verliehen. Köhler: „Denn wie kaum eine andere Urlaubsform verbindet Caravaning Individualität, Freiheit und Unabhängigkeit mit Umweltverträglichkeit und Aktivitäten in der Natur.“ Zudem entspräche Caravaning als Inbegriff des individuellen, unabhängigen Reisens in idealer Weise dem wachsenden Wunsch nach Selbstbestimmtheit und Individualität. Da Caravaning von mehreren Trends zugleich profitiere, sei es eine Urlaubsform mit Zukunft.arie

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