Wolfsburg: Lesung - Hören auf das Bauchgefühl
2011-08-29T17:33:00+0200Bündnis gegen Essstörungen leistet Aufklärungsarbeit. Die inszenierte Lesung "Bauchgefühl" unterstützen Mime René Oltmanns und Model Jessica Motzkus.
Wenn der Magen knurrt, sollte der Mensch essen. Ist er satt, sollte er aufhören. Ganz einfach, wenn man auf sein Bauchgefühl hört. Daher rührt der Name der neuen Inszenierung des Tanzenden Theaters Wolfsburg (TTW) – nach "Iss oder stirb" – am Donnerstag, 22. September, 19 Uhr, im Hallenbad.
"Wir wollen unterhalten und informieren, aber nicht mit erhobenem Zeigefinger", sagt TTW-Choreografin Britta Rollar. Durch Oltmanns erhalten die Zuschauer Einblicke in die Welt dreier Betroffener, die das Leben mit einer Essstörung, sei es Fresssucht, Magersucht oder Bulimie, in Worte fassen: Szenen aus dem Roman "Bitterschokolade" von Mirjam Pressler, bewegende Passagen aus der Biografie "Hungry" des amerikanischen Models Crystal Renn und Auszüge aus dem Leben von Eva Hungershausen in "Hunger nach Leben" spiegeln das Auf und Ab der Gefühle wider. Künstlerisch inszeniert wird das komplexe Thema durch zwei Mitglieder des Tanzenden Theaters: Sängerin Cinzia Rizzo und Tänzerin Bettina Paletta, live am Klavier begleitet durch den Hannoveraner Pianisten Helge Adam.
In einer anschließenden Talkrunde geben Oltmanns und Motzkus, Teilnehmerin der Casting-Show "Germanys Next Topmodel", Einblicke in Lebens- und Essgewohnheiten von Menschen, die im Rampenlicht stehen. Mit dabei: Psychotherapeutin Kerstin Meyer-Krems.
Stadt, Deutsche BKK, Soroptimisten International, TTW und Beratungsstelle Dialog gehören zum Bündnis, das Aufklärungsarbeit an Schulen mit unterhaltenden Bühnen-Veranstaltungen verbindet – mit dem Ziel, über Essstörungen aufzuklären und Betroffenen Auswege aufzuzeigen. 40 siebte Klassen in Wolfsburg nahmen bereits am Programm mit zwölf Unterrichtseinheiten teil. In der Beratungsstelle Dialog suchen laut Mitarbeiterin Sabine Försterling viele junge Menschen mit Essstörungen Rat. Birgit Leuchtmann-Wagner (Deutsche BKK) appelliert, nicht in schwierigen Situationen das Essen zu missbrauchen.



