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Wolfenbüttel: "Kein Zusammenhang zwischen Asse und Krebs"

Die Krebsfälle in der Umgebung des maroden Atommülllagers Asse bei Remlingen im Landkreis Wolfenbüttel sind nach Ansicht eines Strahlenexperten wahrscheinlich nicht auf Radioaktivität zurückzuführen. Mehrere Studien hätten in den vergangenen Jahren den Zusammenhang zwischen Strahlenbelastung und Krebs untersucht. Dabei sei aber nie etwas Belastbares herausgekommen, sagte der Leiter des Instituts für Strahlenbiologie am Universitätsklinikum Essen, Wolfgang-Ulrich Müller, dem Magazin "Focus". Der Biologe leitet die Arbeitsgruppe Strahlenrisiko der Strahlenschutzkommission, die das Bundesumweltministerium berät.

Zwischen 2002 und 2009 registrierten die Behörden in der Samtgemeinde Asse wie berichtet 18 Fälle von Leukämie - erwartet wurden für den Zeitraum nur 8. Die Zahl der Neuerkrankungen mit Schilddrüsenkrebs stieg bei Frauen und Männern um mehr als das Dreifache. Messungen vom Bundesamt für Strahlenschutz hatten jedoch keine erhöhte Radioaktivität in der Gegend ergeben.

Nach Angaben Müllers kann die Strahlung deshalb die Tumore nicht ausgelöst haben. Um die Fälle von Schilddrüsenkrebs um das Dreifache zu steigern, hätte so viel radioaktives Jod freigesetzt werden müssen, dass die Messinstrumente Alarm geschlagen hätten. Das gelte auch für Leukämie, sagte Müller. Er hält andere Auslöser wie Infektionen oder Pflanzenschutzmittel für wahrscheinlicher. red/dpa

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Veröffentlicht: 27.11.2010 - 19:31 Uhr
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