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Viel Abwechslung auf 18 Kilometern

BZ-Radtouren, Folge 8: Diesmal geht es entlang der Mittelriede nach Klein Schöppenstedt

Uwe Flake

Es muß ja nicht immer der Rundweg um die Riddagshäuser Teiche sein, wenn Sie sich mit dem Rad in östliche Richtung begeben. Eine prächtige Alternative führt Sie zunächst entlang der Mittelriede am ehemaligen Kloster vorbei durch Feuchtwiesen, Äcker und Wälder.

Da Sie Ihren Weg kaum mit starkem Autoverkehr teilen müssen, die wenigen Steigungen durchaus erträglich sind und auf nur 18 Kilometern viel Abwechslung geboten wird, ist diese Strecke auch für die Familientour mit Kind durchaus zu empfehlen.

1. Bockwindmühle Riddagshausen

Die zurzeit etwas flügellahme Bockwindmühle auf der Lünischhöhe stammt aus Remlingen an der Asse. Sie wurde dort um 1836 erbaut und kam erst 1979 nach Braunschweig.

2. "Neues Land"

Das "Neue Land", auf den ersten Blick eine unscheinbare Wiese, wurde 1992 geschaffen. Als Ersatz für die beim Bau der A 39 westlich der Lindenbergsiedlung wegfallenden Flächen wurden hier Teile des Rasens neu angepflanzt und damit ein Lebensraum geschaffen für eine Vielzahl von vor dem Aussterben bedrohter Pflanzen.

3. Rautheim

Rautheim ist eines der ältesten Dörfer im braunschweigischen Gebiet. Bereits in der legendären Weiheurkunde der St. Magni-Kirche von 1031 wird es erstmals als "Routnum" urkundlich erwähnt. Durch Rautheim ging ursprünglich vom Magni-Tor in Braunschweig aus die Hauptverkehrsachse nach Magdeburg und überquerte hier die Wabe. Bereits im 12. Jahrhundert hatte das Braunschweiger Ägidienkloster hier einen Außenhof, auf dem sich die Äbte und andere hohe geistliche Herren gerne in den Sommermonaten aufhielten.

4. Rautheimer Mühle

400 Jahre im Betrieb war die Rautheimer Mühle an der Wabe. Erstmals erwähnt wurde sie 1562.

5. Klein Schöppenstedt

Wussten Sie, dass südlich von Klein Schöppenstedt sich einmal eines der ältesten braunschweigischen Erdölfelder befand? 1861 wurde hier erstmals erfolgreich nach Öl gebohrt, und wer weiß, was geschehen wäre, wenn nicht knapp 20 Jahre später ergiebigere Lagerstätten im Norden Braunschweigs die Erdölbohrungen bei Klein Schöppenstedt zur Einstellung zwangen . . . Das Dorf ist eng mit dem Kloster verbunden gewesen. Nicht umsonst wurde Klein Schöppenstedt auch "Mönche-Schöppenstedt" genannt. An seinen Südwesthängen hatten die Mönche im Mittelalter Weinstöcke angepflanzt, der den Wein für die Abendmahlsfeiern lieferte.

6. Arboretum und ehemaliger "Reichsjägerhof"

In seiner Eigenschaft als "Reichsjägermeister" ließ sich Hermann Göring Mitte der 30er Jahre den Reichsjägerhof "Hermann Göring" errichten, einem Gebäudekomplex aus historisierenden Fachwerk- und Blockhäusern. Selbst ein kleiner Bahnhof wurde angelegt als Ausstiegsmöglichkeit, wenn Göring und Gefolge die Buchhorst als Jagdgebiet besuchten. Aus dem Jahr 1835 stammt die Anlage des "Arboretums" (lat. Arbor= der Baum), einer Ansammlung unterschiedlicher Baumarten, die hier auch anschaulich auf Tafeln erklärt werden.

7. "Grüner Jäger"

Das Wirtshaus geht auf einen 1744 entstandenen Garten mit Wohn-, Gärtner- und Lusthaus zurück. Im 19.Jahrhundert entwickelte es sich zu einem beliebten Ausflugslokal, in dem zwischen 1882 und 1892 u.a. auch die "Kleiderseller" regelmäßig verkehrten.

8. Kleidersellerweg

Er ist einer der beliebtesten Spazierwege. Der "Kleidersellerweg" entlang der Riddagshäuser Klostermauer erhielt seinen Namen nach den "Ehrlichen Kleidersellern", die sich ursprünglich zum Ziel gesetzt hatten, erhaltenswerte Gegenstände zur Kultur- und Heimatgeschichte zu sammeln. Diesem Kreis gehörten bekannte Persönlichkeiten der Stadt an, u. a. Wilhelm Raabe.

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Veröffentlicht: 10.07.2003 - 21:36 Uhr
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