Tom Cruise macht seine Fans schwindeln
2011-12-18T13:26:12+0100Nach einem Anschlag auf den Kreml verfolgt Agent Ethan Hunt eine mysteriöse Spur um die halbe Welt.
Eineinhalb Jahrzehnte ist es bereits her, da schlüpfte Tom Cruise erstmals in die Rolle des Agenten Ethan Hunt. 1996 kam "Mission: Impossible" in die Kinos, Regie führte Brian De Palma. Regisseure wie John Woo ("Mission: Impossible II") und J.J. Abrams ("Mission: Impossible III") sollten folgen.
Den vierten Teil nun hat Brad Bird übernommen, der bisher mit Animationsstreifen wie "Ratatouille" und "The Incredibles" reüssieren konnte. "Mission: Impossible – Phantom Protokoll" ist sein erster Action-Film. Neben Cruise mit dabei sind Jeremy Renner, Paula Patton und Simon Pegg.
Eine ungeheure Detonation erschüttert den Roten Platz und stellt Ethan Hunt vor eine schier unlösbare Aufgabe: Er muss beweisen, dass er und sein Team, die "Impossible Missions Force", nicht verantwortlich sind für den Anschlag. Doch es geht noch um viel mehr, letztendlich um den Weltfrieden.
Hunt, William Brandt (Renner), Benji Dunn (Pegg) und Jane Carter (Patton) aber sind ganz auf sich allein gestellt. Was folgt, ist eine Art Achterbahnfahrt über mehrere Länder, von Moskau über Dubai bis nach Indien. Und Hunt hat seine liebe Müh‘, das disparate Vierer-Team zusammenzuhalten.
Spektakuläre Stunts
In der vielleicht spektakulärsten Sequenz des Kinojahres klebt Tom Cruise in der Manier eines Spider-Man an der Fassade des höchsten Gebäudes der Welt, dem Burj Khalifa in Dubai. Eine Szene, bei der man auch als Zuschauer kaum gefeit ist vor Schwindel. Auch die restlichen Stunts – darunter ein packendes Duell inmitten eines voll automatisierten Parkhauses – soll Cruise alle selbst ausgeführt haben.
Superstar in Topform
Regisseur Bird aber setzt nicht nur auf Action, Stunts und Geballer. Es gibt auch ruhigere Momente, viel Humor und einen imposanten Sandsturm. Birds Protagonisten haben Profil und Charakter. Selbst Tom Cruise nimmt sich hier nicht immer ernst. In einer wunderbaren Szene verwandelt sich der Star binnen Sekunden vom russischen Soldaten in einen US-Touristen mit Bruce-Springsteen-Shirt.
Die vier Protagonisten sind nahezu perfekt besetzt. Auch 15 Jahre nach seiner ersten "Mission" macht Cruise eine gute Figur: Ethan Hunt ist so agil wie geheimnisvoll, Cruises körperliche Fitness hat keineswegs gelitten. Immerhin ja steht in 2012 sein 50. Geburtstag an. Jeremy Renner zwar vermag sein Können nicht in dem Maße auszuspielen wie im Irak-Drama "The Hurt Locker". Den Status eines Geheimtipps aber hat der 40-Jährige hinter sich gelassen. Simon Peggs Computernerd Benji sorgt für viel Spaß; Paula Patton ist so elegant wie schlagkräftig.
An einigen Stellen des mehr als zweistündigen Action-Movies fühlt man sich in Zeiten des Kalten Krieges zurückversetzt – etwa was die Darstellung der Russen anbelangt – ansonsten aber wartet Brad Bird mit einem so stringent wie unterhaltsam inszenierten Film auf.
läuft in fast allen Kinos der Region

