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Salzgitter: Wenn die Eltern plötzlich wieder Kleinkinder werden

Jan-Michael Schürholz

Demenz – eine Krankheit, mit vielen Gesichtern. Nicht immer nehmen die Betroffenen sie selbst wahr. Doch für die Angehörigen und das gesamte Umfeld wird diese Erkrankung zu einer besonderen Belastungsprobe mit vielen Spannungsfeldern.

„Plötzlich müssen Sie einen Erwachsenen wieder vor einer Steckdose schützen. Oder die Person weiß nicht mehr, dass Milch in den Kühlschrank gehört“, sagt Reinhold Jenders, Leiter der Evangelischen-Familienbildungsstätte (EFB) Salzgitter. Oft würden sich die Angehörigen auch für die Erkrankten schämen.

„Seit Anfang 2010 unterstützen wir die Angehörigen in einer monatlichen Gruppe“, sagt Jenders. Geleitet wird die Gruppe von Gudrun Müller, Leiterin sozialer Dienst im Seniorenpflegeheim „Am Juliuspark“ in Wolfenbüttel. Die studierte Sozialpädagogin steht der Gruppe mit fachlicher Beratung zur Seite. „Unsere Gruppe steht jedem offen“, sagt sie. Auch das Umfeld eines Erkrankten sei eingeladen, sich über Demenz zu informieren, sagt sie. Durchschnittlich besuchten zehn Teilnehmer die Veranstaltung.

Mit Hilfe der Aktion „Goldenes Herz“ soll das Angebot ausgebaut werden. „Wir wollen die bislang monatliche Gruppe ab 2012 zweiwöchentlich anbieten“, sagt Jenders. Als Ergänzung seien zwei Familien-Workshops geplant.

Zu diesen Veranstaltungen soll auch eine Betreuung für die demenziell Erkrankten in der Einrichtung angeboten werden. „So stehen die Teilnehmer nicht unter dem Druck, schnell wieder bei ihren Angehörigen sein zu müssen“, sagt Jenders. In den Workshops sollen Grundinformationen sowie Hilfen im fachlichen Umgang mit den Erkrankten behandelt werden.

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Veröffentlicht: 25.11.2011 - 21:02 Uhr
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