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Kommentar : Reden ist Gold

Es fehlt an Aufklärung über Pockeninfektion

Möglicher Terroristen-Angriff mit Pockenviren auch in Deutschland: Was tut die Bundesregierung? Bislang hüllen sich Bundes- und Länderbehörden in Schweigen. Dafür mag es unter anderem diesen Grund geben: Wie lässt sich Vorsorge treffen, ohne durch die Vorbereitungen Furcht oder gar Panik in der Bevölkerung zu verbreiten? Schweigen ist hier nur Silber.

Bedrohung von außen ist für die Bundesrepublik seit 1945 kein Thema mehr gewesen. Das ist nun vorbei. Aufklärung muss her.

Die Bundesregierung hat umgehend das getan, was jeder verantwortungsbewusste Mensch sofort tun würde: Beschaffung (weltweit) des nächstliegenden Gegenmittels. Dann wäre es allerdings auch naheliegend, umgehend zu erklären, wie dieses Gegenmittel angewendet werden soll. Das hat namentlich das Bundesgesundheitsministerium noch nicht getan. Kein Wunder, denn es handelt sich um Pocken-Impfstoff. Erfahrungen damit sind seit Ende der 70er-Jahre, seit die Pocken als ausgerottet gelten, nicht mehr gemacht worden. Und überdies galt der Impfstoff, der in Deutschland nicht mehr zugelassen ist, schon in den Jahrzehnten seiner Anwendung als gefährlich. Er führte – als Schutz gedacht – vereinzelt zu Hirnhautentzündung oder Tod.

Reden ist Gold. Das müsste in diesem Fall das erste aufklärende Wort der Bundesregierung sein. Das zweite sollte der Drohung und ihrer (un-)wahrscheinlichen Umsetzung gelten, das dritte dem Notfallplan, der derzeit diskutiert wird.

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Veröffentlicht: 20.11.2002 - 20:40 Uhr
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