Friedliche Demo für bunte VW-Stadt
2000 Menschen protestierten gegen Rechtsextremismus und das geplante "KdF-Museum"
"Wolfsburg ist bunt und nicht braun" – braun wie die Rechten, die in der VW-Stadt ein Museum zur Verherrlichung der Nazi-Organisation "Kraft durch Freude" planen. 2000 Menschen demonstrierten gestern für eine multikulturelle Gesellschaft ohne Fremdenhass.
Rund um das Möbelhaus an der Heinrich-Nordhoff-Straße postierten sich mehrere Hundertschaften der Polizei. Der direkte Zugang zum Haus war mit Gittern abgeriegelt, Beamte in Einsatzmontur standen bereit, jederzeit einzugreifen.
Im ersten Stock des Gebäudes des Möbelhauses, in dem angeblich das Museum errichtet werden soll, zeigten sich an den Fenstern 20 vermummte Neonazis. Sie gröhlten, schwangen schwarz-weiss-rote Fahnen, spielten laute Rockmusik ab und filmten die Teilnehmer der Demonstration. Ihre Provokationen verliefen allerdings im Sand, die Demonstranten blieben friedlich, als sie am Haus vorbeizogen.
Zu dem Protest hatte das "Schulterschluss-Bündnis" unter Federführung der IG Metall aufgerufen. Um 16 Uhr startete der Marsch der Demokraten. Viele Parteien nutzen dabei die Möglichkeit, zwei Tage vor der Bundestagswahl noch einmal öffentlich Flagge zu zeigen. Die Teilnehmer zogen am Möbelhaus vorbei durch die Innenstadt bis zum zentralen Hollerplatz vor dem Kunstmuseum. Dort fand eine Podiumsdiskussion statt.
"Wolfsburg ist eine weltoffene und multikulturelle Stadt. Wir wollen keine Rassisten und keine Neo-Nazis", rief Frank Patta, 1. Bevollmächtigter der IG-Metall, ins Publikum.
Wolfsburgs Oberbürgermeister Rolf Schnellecke erklärte, die unselige Vergangenheit dürfe nicht glorifiziert werden. Er bekräftige seinen Willen, ein KdF-Museum mit allen Mitteln verhindern zu wollen. Der Rechtsstreit hierüber ist noch nicht entschieden.



